Vier Medaillen zum Auftakt der Jugend-DM in Rostock - Titel für Jan Dillemuth über 3000 Meter, Moritz Kleesiek holt im gleichen Rennen Bronze - die Hammerwerfer Michael Neuenroth (U18) und Kai Hurych (U20) ebenfalls Dritte
  31.07.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Der hessische Leichtathletik-Nachwuchs konnte sich am ersten Tag der deutschen Jugend-Meisterschaften mit viermal Edelmetall gut in Szene setzen. Hinzu kamen noch weitere Platzierungen unter den Top-Acht sowie eine Reihe von Qualifikationen für die Finals. Nachfolgend die Resultate der einzelnen Disziplinen im Überblick.

MU20, 400 Meter (VL): Okai Charles (Königsteiner LV), einer der Medaillenanwärter auf der Stadionrunde, hatte seinen Vorlauf im Griff. Mit 49,24 Sekunden lief er als Sieger über die Ziellinie und machte damit die direkte Final-Teilnahme klar. Bereits am Samstag um 13 Uhr wird es dann ernst. Für eine Medaille müssen Charles und seine Gegner aber noch einen Gang hochschalten. „Das war gar nicht so einfach. Gleich am Ausgang der Startkurve sind wir voll in den Wind gelaufen“, berichtet der KLVler.

MU20, 5000 Meter (EL): Anas Belfqih (TV Waldstraße Wiesbaden) beendete das Finale mit 15:15,76 Minuten als Neunter. Damit war der Mann aus der Landeshauptstadt ein ganzes Stück flotter unterwegs als seine Meldeleistung, die bei 15,31,41 Minuten notiert. Beeindruckend der Auftritt von Benjamin Der (LAZ Birkenfeld), der sich kurz nach dem Start an die Spitze setzte, dann dem Feld enteilte und in 14:39,21 Minuten im Alleingang den Titel holte.

MU20, Hammer (Finale): Merlin Hummel (UAC Kulmbach) zeigte einmal mehr, dass er weltweit zu den besten Werfern seiner Altersklasse gehört. Mit beeindruckenden 80,44 Metern im letzten Wurf zeigte der Bayer, dass er der „Herr im Ring“ ist. Aber auch alle weiteren Versuche hätten locker zum Sieg gereicht. Sören Klose (VfR Eversen) wurde mit 71,17 Meter Vizemeister. Kai Hurych (KSV Fürth) holte sich mit 68,07 Metern die Bronzemedaille. „Mit der Platzierung bin ich absolut zufrieden, schließlich ist es ja mein erstes Jahr bei den U20ern. Auch die Weite ist in Ordnung“, verriet Kai nach dem Wettkampf. Mit Lasse Gundlach (ESV Jahn Treysa) kam noch ein weiterer Hesse ins Finale. Seine 58,20 Meter bedeuteten Platz acht. Unter seinen Möglichkeiten blieb Marvin Baumann (LG Odenwald). Der 60-Meter-Werfer hatte seinen besten Wurf bei 55,35 Metern. Das reichte nicht für drei weitere Versuche und bedeutete am Ende den zehnten Platz.

WU20, 3000 Meter (Finale): Svenja Clemens (LG Odenwald) hatte die siebeneinhalb Runden in 9:33,69 Minuten abgespult und konnte als Sechste eine neue Bestzeit bejubeln. Für Eva Maria Sulzer (Eintracht Frankfurt) zeigte die Stoppuhr im Ziel 10:18,69 Minuten (11.) an. Mit Jule Behrens (Königsteiner LV) und Miriam Ruoff (TV Waldstraße Wiesbaden) standen noch zwei weitere Hessinnen in der Meldeliste. Beide gingen in Rostock jedoch nicht an den Start.

WU20, Hochsprung (Finale): Das hatte sich Jenna Fee Feyerabend anders vorgestellt. Die Siebenkämpferin vom TV Groß-Gerau stellte sich bei der Höhenjagd den reinen Spezialistinnen. Jenna stieg bei 1,60 Metern in den Wettkampf ein und meisterte diese Höhe auf Anhieb. Dann wurden 1,65 Meter aufgelegt, die erst im dritten Durchgang gemeistert wurden. Bei 1,70 Metern war dann Schluss. Schade, denn Feyerabend hat diese Höhe (und mehr) schon öfters im Rahmen eines Mehrkampfes gemeistert. Juliane Kratz vom TV Gelnhausen bewegte sich als Siebte mit überquerten 1,70 Metern im Rahmen ihrer Meldeleistung von 1,71 Metern.

MU18, 400 Meter (VL): Alles richtig gemacht haben die beiden hessischen Langsprinter in ihren Vorläufen. Eine Top-Zwei-Platzierung war gefragt, um direkt ins Finale zu kommen. Sven Müller (MTV Kronberg) musste gleich im Esten Rennen ran. Nach 50,26 Sekunden hatte er als Zweiter das große „Q“ hinter seinem Namen. Im Lauf danach ging Finn Kohlenbach (Königsteiner LV) in den Startblock. Er wurde ebenfalls Zweiter, konnte nach 50,72 Sekunden wieder durchschauen und musste ebenfalls nicht über die die Zeitregel gehen.

MU18, 3000 Meter (Finale): Das Rennen wurde nicht Sonderich flott angelaufen, wodurch die Favoriten bis zur letzten Runde dicht zusammen lagen. Es wurde also um den Titel heftig gespurtet. Hier hatte Jan Dillemuth (TV Assenheim) den besten Kick, setzte sich gegen Silas Zahlten (LG Brillux Münster/8:51,76 min.) durch und stürmte in 8:50,42 Minuten zu DM-Gold. Moritz Kleesiek vom Laufteam Kassel konnte nach 8:53,43 Minuten auf die dritte Stufe des Siegertreppchens spurten. „Der Rennverlauf mit dem langsamen Tempo und dem Endspurt war genauso, wie ich es gehofft hatte, denn ich komme eher von den Unterdistanzen. Ich hatte auf eine Medaille gehofft. Ich denke, ich brauche noch ein bisschen, um zu realisieren, dass ich Gold gewonnen habe“, verreit der glückliche Sieger gegenüber dem Online-Portal leichtathletik.de. Jakob Dieterich (LT Kassel) belegte am Ende mit 9:06,57 Minuten den zwölften Platz.

MU18, Hammer (Finale): Ein spannendes „Hessen-Duell“ lieferten sich Michael Neuenroth (Eintracht Frankfurt) und Tim Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim) - mit dem besseren Ende für den Adlerträger. Neuenroth war mit einer Weite von 61,54 Meter nach Rostock angereist. Die hatte nach sechs Würfen keinen Bestand mehr, denn Michael verbesserte sich geringfügig auf 61,87 Meter. Das reichte aber aus, um Bronze zu holen. Tim Steinfurth wurde mit einer Bestmarke von 64,58 Metern eigentlich als klarer Anwärter auf Edelmetall gehandelt. Tim zeigte auch eine solide Serie mit fünf gültigen Versuchen. Der beste Wurf wurde jedoch bei „nur“ 61,75 Metern gemessen. Das reichte diesmal jedoch leider nicht für Edelmetall. Der Titel ging mit 62,81 Metern an Benedikt Schweizer (TSV Bayer 04 Leverkusen), der damit Linus Liebenwald (UAC Kulmbach/62,33 m) auf Distanz halten konnte.

WU18, 400 Meter (VL): Nele Kühn wirkte etwas ratlos. Gerade hatte sie ihren Vorlauf über 400 Meter in 58,73 Metern (4.) beendet. Damit blieb die Eintracht-Läuferin rund zwei Sekunden über ihrer Bestzeit von 56,65 Sekunden. Fürs Finale hätten 57,87 Sekunden ausreicht - eigentlich machbar. Für Annika Kind (Wiesbadener LV) war der DM-Auftritt nach 59,21 Sekunden beendet.

WU18, 1500 Meter (VL): Nach der ersten Runde über die 1500 Meter war klar, dass aus hessischen Quartett nur eine Athletin im Finale nochmals ran darf. Sarah Köcher (LG Odenwald) lieferte als Zweite im ersten Rennen 4:49,35 Minuten ab, was die direkte Qualifikation bedeutete. Fast hätte es auch Antonia Seemann geschafft. Der Mittelstrecklern vom TV Flieden fehlten nach 4:50,75 Minuten lediglich 0,96 Sekunden zum Endlauf. Natalie Scrivener (SV Fußball Dortelweil/4:54,44 min.) sowie Lisa Vytrisal (TG Traisa/5:02,11 min.) sammelten in Rostock wertvolle DM-Erfahrung.

WU18, 3000 Meter (Finale): Vanessa Mikitenko hat alles gegeben, doch am Ende reichte es leider nicht ganz. Die Athletin in den Farben des SSC Hanau-Rodenbach knackte über 3000 Meter mit 9:57,14 Minuten die „Zehn-Minuten-Marke“ konnte sich aber nicht so ganz freuen. Im Spurt um die Bronzemedaille musste sich Vanessa nach hartem Kampf ganz knapp Marie Kraft (TG 1845 Heilbronn) geschlagen geben, die gerade einmal 0,94 Sekunden schneller unterwegs war. An der Spitze setzte sich Kira Weis (KSG Gerlinden) mit 9:44,61 Minuten durch. Die hessischen Farben im Finale komplettierten Carolina Schäfer (TG Schwalbach/14. in 10:23,23 min.), Johanna Uherek (Eintracht Frankfurt/16. mit  10:38,50 min.), Svea Regina (TV Wetzlar/17. in 10:38,68 min.) sowie Lina Bohländer (LG Odenwald/18. mit 10:47,18 min.).

WU18, 3000 Meter Bahngehen: Tabea Kiefer (Eintracht Frankfurt) sicherte sich in 16:21,85 Minuten den sechsten Platz, war letzten Monat in Düsseldorf mit 15:41,13 Minuten jedoch deutlich schneller unterwegs.

WU18, Dreisprung (Finale): Ein Mammutfeld von 22 Springerinnen ging auf die Jagd nach guten Weiten, um die acht Finalistinnen zu ermitteln. Es war also Geduld gefragt, ehe es in die Entscheidung ging. Mit der hatte die einzige Hessin jedoch nichts zu tun. Finja Krug (GSV Eintracht Baunatal) landete nach 11,26 Meter im Sand (18.) und blieb damit klar unter ihrem Meldewert von 11,94 Metern. Um in den Endkampf zu kommen, wären übrigens 11,79 Meter nötig gewesen.   

WU18, Hammerwurf (Finale): Gleich 19 Mädels mussten im Hammerwerfen durch die Qualifikation. Die überstanden auch die beiden Hessinnen. Merle Totem (ESV Jahn Treysa) sortierte sich am Ende mit soliden 53,20 Metern auf dem siebten Platz ein. Für Larissa Rollberg (Eintracht Frankfurt) stand mit 52,42 Metern ein achter Platz zu Buche.